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Studio gründen

Yogastudio Grundausstattung: Checkliste, Kosten & wo kaufen 2026

Christoph MorosoliGründer, easybook.studio2. Juli 20265 Min. Lesezeit

Matten, Blöcke, Gurte, Bolster — die Grundausstattung ist nach der Raumfrage die zweitgrößte Einkaufsentscheidung vor der Eröffnung eines Yogastudios. Wer hier planlos bestellt, zahlt doppelt: zu billige Matten sind nach einem Jahr durchgelegen, zu viel Deko bindet Budget, das in der Anlaufphase fehlt. Dieser Leitfaden zeigt, was ein Studio wirklich braucht, was es kostet — und wo Sie es am besten kaufen.

Hinweis: Alle Zahlen sind Orientierungswerte für einen typischen Kursraum mit 12–15 Plätzen in Deutschland. Preise variieren je nach Marke, Menge und Rabattverhandlung. Dieser Artikel enthält keine bezahlten Empfehlungen.

Die Grundausstattung im Überblick

Für einen Raum mit 12–15 Plätzen hat sich diese Checkliste bewährt — Teilnehmerzahl plus Reserve, denn Props gehen kaputt und Matten müssen rotieren:

AusstattungMenge (15er-Raum)Realistische Spanne
Yogamatten (Studio-Qualität)18–2025 – 80 € / Stück
Korkblöcke oder Schaumstoffblöcke30–40 (2 pro Platz)6 – 15 € / Stück
Gurte (240 cm)15–185 – 12 € / Stück
Bolster12–1525 – 50 € / Stück
Decken (Wolle oder Baumwolle)15–1815 – 35 € / Stück
Meditationskissen10–1220 – 40 € / Stück
Augenkissen (v. a. Yin/Restorative)158 – 15 € / Stück
Mattenregal / Aufbewahrung1–2100 – 400 €
Reinigung: Sprühflaschen, Mattenspraylaufend30 – 60 € / Monat

Damit landet ein 15er-Raum in Studio-Qualität bei 1.500 bis 5.000 € — derselbe Orientierungswert, den auch der Finanzplan im Gründungs-Leitfaden ansetzt.

Wo kann ich die Grundausstattung für mein Yogastudio kaufen?

Die Grundausstattung für ein Yogastudio kaufen Sie am günstigsten über eine Mischung aus drei Kanälen: direkt beim Hersteller (Manduka, Liforme, Jade Yoga, bausinger) mit angefragtem Studio- bzw. Mengenrabatt, bei deutschen Fachhändlern wie Yogistar, Yogabox oder Sport-Thieme mit B2B-Konditionen und Kauf auf Rechnung — und gebraucht über Studioauflösungen und Kleinanzeigen für Regale, Mobiliar und Deko.

Im Detail:

  • Hersteller-Direktvertrieb: Manduka, Liforme und Jade Yoga haben eigene Studio-Programme; die deutsche Manufaktur bausinger liefert Schurwoll-Decken und Bolster direkt. Ab ca. 10 Matten lohnt eine formlose Anfrage nach Mengenrabatt — 15–30 % Nachlass auf Listenpreise sind üblich.
  • Deutsche Fachhändler mit B2B-Konditionen: Yogistar und Yogabox führen das komplette Props-Sortiment und liefern auf Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer — wichtig für den Vorsteuerabzug. Sport-Thieme ist als Sportgeräte-Großhändler bei Blöcken, Gurten und Reinigungsbedarf oft am günstigsten.
  • Amazon Business: für Kleinteile (Sprühflaschen, Augenkissen, Ersatzgurte) unschlagbar schnell — für Matten und Bolster aber selten die beste Qualität pro Euro.
  • Gebraucht kaufen: Studioauflösungen (Kleinanzeigen, lokale Yoga-Netzwerke) sind die beste Quelle für Mattenregale, Empfangsmobiliar und Deko. Bei gebrauchten Matten und Bolstern gilt dagegen: Finger weg — Hygiene und Restlebensdauer sind das Risiko nicht wert.

Praxis-Tipp: Bestellen Sie vor der Großbestellung je ein Muster von zwei bis drei Matten-Kandidaten und lassen Sie sie zwei Wochen im Probebetrieb testen. Eine Matte, die sich im Katalog gut liest, kann unter feuchten Händen im Vinyasa-Flow rutschen.

Matten: das wichtigste Investment

Die Matte ist das einzige Ausstattungsstück, das jede:r Teilnehmer:in in jeder Stunde 60–90 Minuten lang berührt — hier entscheidet sich der Qualitätseindruck des Studios.

  • Stärke: 4–5 mm ist der Studio-Standard. Dünner wird auf Hartboden unbequem, dicker wird wackelig in Standhaltungen.
  • Material: Naturkautschuk greift am besten, ist aber schwer und teurer. PVC-frei (TPE) ist der Kompromiss aus Preis, Gewicht und Reinigung.
  • Hygiene: Studio-Matten werden nach jeder Stunde besprüht und wöchentlich gründlich gereinigt. Rechnen Sie mit einem Austausch von 20–30 % des Bestands pro Jahr — deshalb die Reserve in der Checkliste.
  • Eigene Matten: Viele Teilnehmer:innen bringen ihre Matte mit. Trotzdem braucht das Studio einen vollen Satz — für Neue, Vergessliche und Probestunden.

Props: Blöcke, Gurte, Bolster, Decken

  • Blöcke: zwei pro Platz, sonst wird in ausgebuchten Stunden getauscht. Kork ist stabiler und langlebiger, Schaumstoff leichter und günstiger — viele Studios mischen.
  • Gurte: 240 cm mit Metall-D-Ring. Die 180-cm-Variante ist für größere Teilnehmer:innen zu kurz.
  • Bolster: Pflicht für Yin- und Restorative-Formate, sonst optional. Abnehmbare, waschbare Bezüge sind das entscheidende Kaufkriterium.
  • Decken: Schurwolle liegt besser und hält länger als Fleece; gewebte Baumwolle (im Iyengar-Stil) ist der Allrounder zum Falten und Stützen.

Boden, Licht, Sound und Hygiene

Vier Posten, die in der Ausstattungsplanung oft vergessen werden, aber in der Gründungskosten-Tabelle eigene Zeilen haben: ein fußwarmer, rutschfester Boden (Parkett oder Vinyl in Holzoptik — Teppich scheidet aus Hygienegründen aus), dimmbares Licht, eine kleine Anlage mit Bluetooth-Zuspielung und ein Reinigungs-Setup mit festem Platz im Raum. Für den Einkauf gilt dieselbe Kanal-Logik: Boden und Licht über den lokalen Handwerksbetrieb bzw. Baumarkt, Sound über den Elektronikhandel, Hygienebedarf im Abo beim Großhändler.

Was kostet die Grundausstattung insgesamt?

SzenarioBudget
Sparsam (Schaumstoffblöcke, TPE-Matten, gebrauchtes Mobiliar)1.500 – 2.500 €
Studio-Standard (Kork, Naturkautschuk-Matten, neue Regale)2.500 – 4.000 €
Premium (Markenmatten durchgehend, Schurwolle, Maßregal)4.000 – 5.000 €+

Wichtiger als das Szenario ist die Reihenfolge: Matten vor Deko, Reserve vor Premium. Ein Studio mit guten Matten und schlichter Einrichtung wirkt professioneller als eines mit Designer-Empfang und rutschigen Billigmatten.

Häufige Fehler beim Einkauf

  1. Ohne Mengenrabatt bestellen. Ab 10 Stück ist bei fast jedem Anbieter Verhandlungsspielraum — eine kurze E-Mail spart oft mehrere hundert Euro.
  2. Privat statt geschäftlich kaufen. Ohne Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer verschenken Sie den Vorsteuerabzug (sofern Sie nicht Kleinunternehmer:in sind — die Abwägung dazu steht im Gründungs-Leitfaden).
  3. Keine Reserve einplanen. 15 Plätze, 15 Matten — bis die erste kaputtgeht. Immer 20 % Puffer mitbestellen.
  4. Props für Formate kaufen, die es noch nicht gibt. 15 Bolster für ein Studio ohne Yin-Kurs binden Geld. Erst das Kursprogramm festlegen — die Preismodell-Frage gleich mit —, dann die Props-Liste ableiten.

Nach dem Einkauf: Buchung und Auslastung

Die schönste Ausstattung rechnet sich erst, wenn die Plätze gefüllt sind. Sobald Raum und Matten stehen, kommt der organisatorische Teil: Kurse anlegen, Teilnehmerlimits setzen (so viele Plätze, wie Matten mit Abstand in den Raum passen), Wartelisten aktivieren und die ersten Probestunden online buchbar machen. Wie das ohne Provisionen und ab 2,50 €/Monat geht, zeigt die Buchungssoftware für Yogastudios — und der komplette Weg von der Idee bis zur Eröffnung steht im Leitfaden Yogastudio eröffnen.

Buchung, Pakete und Zahlungen an einem Ort

easybook.studio übernimmt Online-Buchung, Kurspakete, Abos und Zahlungen per Karte und SEPA — Flatrate ab 2,50 €/Monat, ohne Buchungsprovisionen.

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